Aktualisierung zur Menschenrechtslage in Afghanistan: Januar–März 2026

Über diese Aktualisierung

Diese Aktualisierung zur Menschenrechtslage in Afghanistan deckt den Zeitraum von Januar bis März 2026 ab. Sie beruht auf der Beobachtungstätigkeit des Menschenrechtsdienstes der Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA), die gemäß dem Mandat des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen durchgeführt wurde.

Rechte von Frauen

Arbeit

Seit dem 7. September 2025 hindern die De-facto-Behörden afghanische Frauen – darunter Mitarbeiterinnen, Auftragnehmerinnen und Besucherinnen der Vereinten Nationen – landesweit daran, Einrichtungen der Vereinten Nationen zu betreten. Am 31. März 2026 bestand diese Einschränkung bereits seit 205 Tagen.

Am 17. Januar berichteten Medien, die De-facto-Behörden hätten Frauen aus den Gehaltslisten des öffentlichen Dienstes gestrichen. Damit endeten auch die reduzierten Zahlungen an weibliche Beschäftigte, denen seit August 2021 die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz untersagt war. In mehreren Provinzen wurde einigen Frauen mitgeteilt, dass sie entlassen worden seien; andere erfuhren davon erst, nachdem ihr Gehalt nicht mehr ausgezahlt worden war.

Bildung

Mit Beginn des neuen Schuljahres im März trat das Verbot der weiterführenden Bildung für Mädchen über die sechste Klasse hinaus in sein fünftes Jahr. Nach Angaben der UNESCO wurde seit 2021 rund 2,2 Millionen afghanischen Mädchen und Frauen der Zugang zu weiterführender und höherer Bildung verwehrt.

Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Frauen

In Herat verlangten Inspektoren des Ministeriums für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters von Frauen das Tragen eines Tschadors. Frauen, die keinen Tschador trugen, wurden aus Verkehrsmitteln verwiesen oder kurzzeitig festgehalten.

  • Am 11. Januar wurde eine Frau in Herat angewiesen, ein Taxi zu verlassen, weil sie keinen Tschador trug.
  • Am 12. Februar mussten zwei Frauen einen Bus verlassen. Ihre Familien wurden aufgefordert, Tschadore zu bringen; erst danach durften die Frauen weitergehen.
  • Am 23. März hielten Inspektoren im Gebiet Jibreil Frauen am Straßenrand fest, bis ihre Familien Tschadore brachten.

Auch in Uruzgan, Paktya und Kandahar wiesen Inspektoren Gesundheitseinrichtungen an, Frauen ohne männliche Begleitperson (Mahram) nicht zu behandeln. Solche Maßnahmen erschweren Frauen und Mädchen weiterhin den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und schränken ihre Bewegungsfreiheit ein.

Originalbericht

UNAMA: Aktualisierung zur Menschenrechtslage in Afghanistan, Januar–März 2026 (PDF, Englisch)

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